Fachtag der Netzwerke Kinderschutz beschäftigt sich mit internationalen Perspektiven und Beteiligung von Kindern
Kinder müssen bei Fragen des Kinderschutzes und der Wahrung von Kinderrechten beteiligt werden. Der gemeinsame Fachtag der Landesjugendämter und des Familienministeriums Nordrhein-Westfalen bot erneut Raum für Austausch und Netzwerkarbeit zu diesem und weiteren Themen.
Unter dem Motto „Netzwerkarbeit weiterdenken – (inter-)nationale Perspektiven und Beteiligung im Kinderschutz” kamen am Dienstag, 23. Juni 2026, rund 150 Fachleute zusammen, die auf kommunaler Ebene Netzwerke im Kinderschutz koordinieren, und tauschten sich aus mit Vertreterinnen und Vertretern aus Wissenschaft und Praxis sowie Betroffenen von Gewalt als Expertinnen und Experten. Eingeladen hatten die Landesjugendämter beim Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) und Rheinland (LVR) sowie das Ministerium für Kinder, Jugend, Familie, Gleichstellung, Flucht und Integration.
In Nordrhein-Westfalen haben sich die Netzwerke im Kinderschutz flächendeckend etabliert. Beim Fachtag ging es daher darum, den Blick zu weiten und aus den Erfahrungen im (inter-)nationalen Vergleichsrahmen über Netzwerkarbeit im Kinderschutz zu lernen. Außerdem stand mit der Beteiligung von Kindern in konkreten Schutzverläufen ein Fachthema im Fokus, das über die Grenzen unterschiedlicher Handlungsfelder und Berufsgruppen hinweg relevant ist – insbesondere mit Blick auf die Untrennbarkeit von Kinderrechten und Kinderschutz.
Kinder- und Jugendministerin Verena Schäffer: „Eine Stärke des Landeskinderschutzgesetzes in Nordrhein-Westfalen ist sein konsequenter kinderrechtsbasierter Ansatz. Wir sehen, dass Kinderschutz und Kinderrechte zusammengedacht werden müssen und unmittelbar verknüpft sind. Kinder sind nicht nur ein Objekt der Fürsorge, sondern gleichermaßen auch Personen mit Rechten, die wir wahren und stärken müssen. Insbesondere die schwerwiegenden Kinderschutzfälle in Lügde, Bergisch Gladbach und Münster haben uns allen vor Augen geführt, dass wir das Recht auf Beteiligung von jungen Menschen für den gelingenden Kinderschutz verteidigen und durchsetzen müssen. Wir wissen aber auch, dass die Beteiligung von Kindern in der gesamten Verantwortungsgemeinschaft ein Thema ist, an dem wir weiter arbeiten müssen. Deswegen setzen wir uns dafür ein, dass alle Kinder gleiche Chancen und Teilhabe erfahren. Als Land beteiligen wir Kinder und Jugendliche bei politischen Entscheidungsprozessen aktiv.“
"Es braucht diesen Austausch zwischen den Netzwerkkoordinierenden, damit sie für ihre kommunale Arbeit miteinander und voneinander lernen können", so LWL-Jugenddezernentin Birgit Westers.
LVR-Jugenddezernent Knut Dannat: „Die Landesjugendämter unterstützen die Koordinatorinnen und Koordinatoren der Netzwerke – insbesondere durch Fortbildung und Beratung. Damit leisten sie einen wichtigen Beitrag, um den Kinderschutz in ganz Nordrhein-Westfalen gut aufzustellen.“
Der dritte Fachtag baute auf den beiden vorangegangen Veranstaltungen im Dezember 2023 und im Februar 2025 auf und setzte den Dialog über die praktische Umsetzung der in § 9 Landeskinderschutzgesetz beschriebenen Netzwerke Kinderschutz und ihrer stetigen Weiterentwicklung fort. Das seit 2022 bestehende Landeskinderschutzgesetz NRW schreibt Netzwerken im Kinderschutz eine zentrale Rolle zu. Durch die Abstimmung von Verfahren, die Qualifizierung von Fachkräften und Information der Öffentlichkeit soll eine mögliche Gefährdung schneller erkannt und rechtzeitig gehandelt werden.