Gemeinsam für Gewaltschutz: Ministerin Schäffer und Kinderschutzbeauftragte besuchen sichere Unterkunft für Mädchen und junge Frauen in Krisensituationen
In akuten Krisensituationen wie zum Beispiel sexualisierte Gewalterfahrungen oder Menschenhandel und Zwangsprostitution brauchen Mädchen und junge Frauen schnelle und unbürokratische Hilfe. In der Mädchenzuflucht von ProMädchen Mädchenhaus Düsseldorf e.V. erhalten sie diese Unterstützung von speziell geschultem Fachpersonal.
Im Rahmen ihrer Reise durch Nordrhein-Westfalen hat die Unabhängige Bundesbeauftragte gegen sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen Kerstin Claus gemeinsam mit Kinder- und Jugendministerin Verena Schäffer und der Landesbeauftragten für Kinderschutz und Kinderrechte Petra Ladenburger die Mädchenzuflucht in Düsseldorf besucht. Vor Ort konnten sie Einblicke in die Arbeit der Fachkräfte erhalten und sich mit dem Fachpersonal und den Bewohnerinnen in vertrauter Umgebung über Entwicklungen und Bedarfe austauschen.
Das Mädchenhaus wurde Ende 2017 eröffnet und bietet mit sieben Plätzen einen sicheren Zufluchtsort für Mädchen und junge Frauen zwischen 14 und 21 Jahren in akuten Krisensituationen. Auch trans Jugendliche erhalten Schutz im Mädchenhaus.
Kinder- und Jugendministerin Verena Schäffer: „Der Schutz von Kindern und Jugendlichen ist mir persönlich sehr wichtig. Jedes Mädchen und jede junge Frau, die von sexualisierter Gewalt und andere Arten von Gewalt betroffen ist, ist eine zu viel. In der Mädchenzuflucht von ProMädchen in Düsseldorf werden sie im Akutfall aufgefangen und finden professionelle und schnelle Hilfe. Ich danke den Mitarbeiterinnen der Zuflucht und des gesamten Vereins für diese wichtige und tolle Arbeit! Wir dürfen darüber hinaus nicht nachlassen, um präventiv alle Kinder und Jugendlichen besser vor Gewalt zu schützen. Es war deshalb ein wichtiger Schritt, in Nordrhein-Westfalen eine Landesbeauftragte für Kinderschutz und Kinderrechte einzusetzen. Ich begrüße den engen Austausch mit Kerstin Claus und Petra Ladenburger zu diesen wichtigen Themen sehr.”
Unabhängige Bundesbeauftragte gegen sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen Kerstin Claus: „Mit dem Landeskinderschutzgesetz und der neuen Landesbeauftragten hat Nordrhein-Westfalen wichtige Konsequenzen aus Fällen wie Lügde oder Bergisch Gladbach gezogen. Damit Kinder- und Jugendschutz nachhaltig gestärkt wird, braucht es immer wieder den Austausch mit Fachpraxis vor Ort. Auch für mich und mein Amt ist so ein Austausch von besonderer Bedeutung. Umso mehr freue ich mich, ganz konkret zu erleben, wo Nordrhein-Westfalen beim Kinderschutz heute steht. Der Besuch in einem Mädchenhaus gemeinsam mit der Familienministerin und der Landesbeauftragten für Kinderrechte und Kinderschutz hat deutlich gemacht, dass Schutz dann gelingt, wenn zentrale Strukturen dauerhaft gestärkt und weiterentwickelt werden.“
Unabhängige Beauftragte für Kinderschutz und Kinderrechte des Landes Nordrhein-Westfalen Petra Ladenburger: „Das Mädchenhaus ist eine wichtige Anlaufstelle für Mädchen, junge Frauen und trans Jugendliche, die in Düsseldorf anonym Schutz suchen. Damit ist es ein wichtiger Teil im lokalen Hilfesystem, das in Krisensituationen vor Ort Unterstützung bietet. Einrichtungen wie das Mädchenhaus sind von unschätzbarem Wert, weil sie oft die letzte Zufluchtsstätte für Mädchen in akuten Krisensituationen sind. Deswegen muss es in Zukunft auch darum gehen, diese Angebote in ganz Nordrhein-Westfalen weiter auszubauen.“
Die Zuflucht ist in der Jugendhilfelandschaft gut bekannt und wird seitens der Jugendämter im Rahmen von Inobhutnahmen für von Gewalt bedrohten oder betroffenen Mädchen angefragt. Durch eine jährliche Landesförderung in Höhe von bis zu 350.000 Euro können Mädchen und junge Frauen unverzüglich und ohne Kostenzusage der Jugendämter aufgenommen und unterstützt werden.
Neben der Zuflucht bietet der Verein auch Beratung und Prävention für Mädchen und junge Frauen. Die Beratungsstelle wird seit 2022 in der spezialisierten Beratung bei sexualisierter Gewalt gegen Kinder und Jugendliche gefördert. Im Bereich der Prävention werden jährlich Präventions- und Empowermentprojekte sowie Workshops für Mädchen in besonderen Lebenslagen gefördert.
Weitere Zufluchtsplätze für Mädchen und junge Frauen, die von Zwangsheirat bzw. Gewalt bedroht oder betroffen sind, fördert das Land mit dem Mädchenhaus Bielefeld (dort auch ein inklusiver Platz für ein Mädchen mit Behinderung) sowie mit einer Jugendhilfeeinrichtung der Ev. Jugendhilfe Godesberg gGmbH und im LWL-Heilpädagogischen Kinderheim Hamm.
Weitergehende Informationen sowie die Kotaktdaten und Rufnummern der Zufluchtsstätten können hier abgerufen werden: Gewaltprävention.
Weitere Informationen zum Verein ProMädchen Mädchenhaus Düsseldorf e.V.: ProMädchen Mädchenhaus Düsseldorf e.V.