Start des Kita-Jahres 2026/2027: Rund 742.000 Kinder besuchen Angebote der Kindertagesbetreuung
In Nordrhein-Westfalen startet zum 1. August 2026 das neue Kita-Jahr. 741.893 Kinder werden im neuen Kita-Jahr die Kindertageseinrichtungen und Angebote der Kindertagespflege in Nordrhein-Westfalen besuchen. 150.559 Betreuungsplätze sind dabei für Kinder unter drei Jahren und 530.916 Plätze für die Betreuung von Kindern über drei Jahren vorgesehen. In der Kindertagespflege werden 60.418 Kinder betreut. Die Jugendämter haben die Plätze entsprechend dem Bedarf vor Ort angemeldet.
Kinder- und Familienministerin Verena Schäffer: „Mein Ziel ist es, dass jedes Kind in Nordrhein-Westfalen so früh wie möglich die besten Bildungschancen erhält. Wir untermauern dieses Ziel mit 6,5 Milliarden Euro, die die Landesregierung in ihrem Haushaltsplan-Entwurf 2027 für die frühkindliche Bildung – vorbehaltlich der Zustimmung des Landtages – eingeplant hat. So viel wie nie zuvor. Ich danke allen Beschäftigten für ihre wichtige Arbeit für die Jüngsten und ihre Familien in unserem Land und freue mich auf den Austausch im neuen Kita-Jahr. Allen Kindern, insbesondere denen, die erstmalig in eine Kita oder die Kindertagespflege besuchen, wünsche ich einen fabelhaften Start und viele schöne Erfahrungen in dieser besonderen Zeit. Mit unserer Fachkräfteoffensive und den Alltagshelfern, den Sprach-Kitas, plusKitas und Familienzentren unterstützen wir die Kindertageseinrichtungen, die Beschäftigten und Eltern auch im neuen Kita-Jahr. Durch das Vorhaben der „Chancen-Kitas“, die wir mit dem neuen Kinderbildungsgesetz (KiBiz) angelegt haben, wollen wir künftig gezielt Kindertageseinrichtungen in herausfordernden Lagen stärken.”
Im Kita-Jahr 2026/2027 verfügt Nordrhein-Westfalen über 10.805 KiBiz-geförderte Kindertageseinrichtungen, in denen im Jahr 2025 knapp 175.000 Personen tätig waren. Damit ist in Nordrhein-Westfalen ein enormer Ausbau der Kinderbetreuung gelungen: Im Jahr 2015 waren es noch 9.549 Einrichtungen mit knapp 120.000 Personen. Die überwiegende Mehrheit ist pädagogisch tätig (rund 148.000 Beschäftigte). Die größte Gruppe sind die Erzieherinnen und Erzieher mit rund 95.000 Personen, gefolgt von Kinderpflegerinnen und Kinderpflegern mit knapp 15.000 Personen. Rund 13.000 Personen, die in den Kindertageseinrichtungen beschäftigt sind, befinden sich in Ausbildung bzw. im Anerkennungsjahr.
Nach Jahren mit einem erheblichen Ausbau der Betreuungsplätze führen im neuen Kita-Jahr die rückläufigen Geburtenzahlen dazu, dass die Jugendämter insgesamt etwas weniger Bedarf angemeldet haben. So sinkt die Zahl der angemeldeten Betreuungsplätze im Vergleich zum Vorjahr leicht um rund 17.000 Plätze. Die Entwicklung beim Bedarf der Kindertagesbetreuung verläuft regional unterschiedlich.
Die Landesregierung setzt in diesem Kita-Jahr ihr Engagement für die Sprachförderung in Kindertageseinrichtungen fort und stärkt die „Sprach-Kitas“ durch höhere Fördersätze. Dafür hat das Kinder- und Familienministerium kürzlich eine neue Förderrichtlinie veröffentlicht. Die bestehende finanzielle Unterstützung der „Sprach-Kitas“ wird auf dieser Grundlage mit rund 38 Millionen Euro bis Ende Juli 2027 verlängert. Erstmalig werden die Fördersätze der Mittel sowohl für die zusätzlichen Fachkraftstellen in den Einrichtungen als auch für die Fachberatungen erhöht. Konkret erhält jede geförderte „Sprach-Kita“ eine zusätzliche halbe Fachkraftstelle; größere Einrichtungen können mit zwei halben Fachkraftstellen unterstützt werden. Mit der KiBiz-Reform ab dem Kita-Jahr 2027/2028 werden die Mittel für die bisherigen „Sprach-Kitas“ in die Förderung der plusKitas überführt.
Die Landesregierung wird bis zum kommenden Kita-Jahr die kürzlich beschlossene KiBiz-Reform umsetzen und damit insbesondere die Verlässlichkeit und Qualität in den Kindertageseinrichtungen stärken. Mit der KiBiz-Reform stellt das Land ab dem Kita-Jahr 2027/2028 insgesamt über 420 Millionen Euro mehr für starke Kindertagesbetreuung zur Verfügung.
Um allen Kindern gerechte Bildungschancen zu ermöglichen, führt das Land im Zuge der KiBiz-Reform „Chancen-Kitas“ ein, um Kindertageseinrichtungen in sozial herausfordernden Lagen gezielt zu unterstützen. „Chancen-Kitas“ verbinden vielseitige frühkindliche Sprachbildung, die Stärkung sozialer Teilhabe, Elternberatung und Netzwerkarbeit unter einem Dach. Die Auswahl erfolgt künftig über den Kita-Sozialindex, dessen Entwicklung sich aktuell in den finalen Zügen befindet.