Ministerin Verena Schäffer informiert sich in Geflüchteten-Einrichtung in Münster über zwei Modellprojekte
Flucht- und Integrationsministerin Verena Schäffer hat die Zentrale Unterbringungseinrichtung (ZUE) Münster besucht und sich vor Ort mit Regierungspräsident Andreas Bothe und der Münsteraner Polizeipräsidentin Alexandra Dorndorf über die bisherigen Erfahrungen beim Modellprojekt Integration ausgetauscht. Das Projekt wird von der Bezirksregierung Münster in enger Partnerschaft mit dem Polizeipräsidium Münster koordiniert. Es bietet den Bewohnerinnen und Bewohnern der ZUE eine breite Palette an integrativen Maßnahmen, Informationen, Unterstützungsangeboten und Aktivitäten. Daran eingebunden sind weitere Akteure und Vereine aus der Umgebung
Außerdem informierte sich Ministerin Verena Schäffer über die Erkenntnisse eines Modellprojekts der Regionalen Rückkehrkoordinationsstelle der Bezirksregierung Münster. Ziel dieses Projektes ist es, die Prozesse des seit 2018 etablierten Fallmanagements zu optimieren. Hierzu sollen die polizeilichen Erkenntnisse zu ausreisepflichtigen ausländischen Straftätern und die Rückführungsperspektive in die jeweiligen Herkunftsländer gemeinsam betrachtet werden, um die konsequente Aufenthaltsbeendigung schneller umzusetzen. Dazu wurde in Münster eine neue Datenbank entwickelt.
Ministerin Verena Schäffer: „Das sind zwei wichtige Modelprojekte des Landes Nordrhein-Westfalen. Wir wollen die Chancen auf Integration der Menschen, die zu uns gekommen sind, weiter verbessern. Dafür brauchen wir vor Ort gute Netzwerke, Angebote und Begegnungen. Das Modellprojekt in der ZUE Münster geht dazu auf die Bedürfnisse der Geflüchteten ein und hält eine Vielzahl guter Angebote bereit, damit Integration schneller gelingen kann. Ein tolles Projekt mit Modellcharakter auch für andere Landeseinrichtungen, das Vertrauen und Perspektiven schafft. Genauso wichtig ist die noch engere Zusammenarbeit in Sicherheitsfragen, um schwere Straftäter zu erkennen und zurückzuführen.“
Auch Regierungspräsident Andreas Bothe erklärte: „Beide Modellprojekte sind aus meiner Sicht echte Vorzeigeprojekte. Zum einem geht es um frühestmögliche Integration, zum anderen geht es um die Sicherheit in unserem Land. Eine Ausweitung der Projekte über den Regierungsbezirk hinaus ist daher absolut wünschenswert.“
Die Polizeipräsidentin von Münster, Alexandra Dorndorf, ergänzte: „Beide Projekte sind wegweisend. Sie zeigen, dass staatliche Stellen an einem Strang zieht und drängende Themen lösen. Wir sorgen hier vor Ort für konkrete Lösungen in Sachen Integration und Rückführung. Das ist gelebte Netzwerkarbeit zum Wohle der Region und ein wichtiger gesellschaftlicher Beitrag.”
Mit dem Modelprojekt Integration erhalten Geflüchtete gezielte Hilfestellungen für Herausforderungen im Alltag, zum Beispiel für die Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs und durch eine Verkehrserziehung für Kinder und Jugendliche. Zudem werden Werte und Informationen zum Grundgesetz und zur Arbeit der Polizei vorgestellt sowie eine berufliche Perspektivberatung und Sportmöglichkeiten angeboten. Vereine und Verbände unterstützen bei der Entwicklung von Lebensperspektiven, etwa durch Angebote zum Spracherwerb und Begegnungen bei Sport und Kultur.
Das Modellprojekt der Regionalen Rückkehrkoordinationsstelle der Bezirksregierung Münster erfolgt in enger Abstimmung und Zusammenarbeit mit dem Landeskriminalamt bzw. dem Landesamt für Zentrale Polizeiliche Dienste von Nordrhein-Westfalen. Es ist auf ein halbes Jahr ausgelegt, eine Ausweitung auf die anderen Bezirksregierungen wird nach Abschluss geprüft.