11.05.2022

„Starkes Symbol der deutsch-französischen Freundschaft“: Staatssekretär Bothe zertifiziert erste Élysée Kindertageseinrichtung in Nordrhein-Westfalen

École Maternelle École de Gaulle-Adenauer in Bonn bietet bilinguales Angebot in der frühkindlichen Bildung 

Die deutsch-französische Freundschaft ist eine der größten Errungenschaften der europäischen Nachkriegsordnung und wurde 1963 mit dem Élysée-Vertrag besiegelt. Mit zahlreichen bilateralen Projekten fördern die Bundesrepublik und die Republik Frankreich seitdem den gegenseitigen Austausch. Im Bereich der frühen Bildung bieten die sogenannten Élysée-Kindertageseinrichtungen in beiden Ländern ein bilinguales Angebot für Kinder auf Deutsch und Französisch. Familienstaatssekretär Andreas Bothe hat gemeinsam mit der französischen Generalkonsulin, Dr. Olivia Berkeley-Christmann, mit der École Maternelle École de Gaulle-Adenauer in Bonn nun die erste Élysée Kindertageseinrichtung und Grundschule in Nordrhein-Westfalen zertifiziert. Diese Auszeichnung fand im Auftrag des Büros des Bevollmächtigten der Bundesrepublik Deutschland für kulturelle Angelegenheiten im Rahmen des Vertrags über die deutsch-französische Zusammenarbeit, Ministerpräsident Hendrik Wüst, statt.

„Deutschland und Frankreich sind der Motor der europäischen Integration. Wir sind stolz darauf, dass keine zwei Länder so enge freundschaftliche Verbindungen miteinander haben, wie Deutschland und Frankreich. Auf diesem historisch einmaligen Fundament bauen wir die Zukunft für unsere Kinder und Jugendlichen auf. Ich freue mich, dass wir mit der École Maternelle École de Gaulle-Adenauer nun die erste Élysée-Kindertageseinrichtung in Nordrhein-Westfalen zertifizieren können. Damit wird schon früh das Interesse an der französischen Sprache und an unserem Nachbarland Frankreich gefördert. Das ist ein starkes Symbol der deutsch-französischen Freundschaft“, erklärte Staatssekretär Andreas Bothe.

Die École Maternelle École de Gaulle-Adenauer ist eine private, bilinguale Auslandsschule, die zum weltweiten Netzwerk der AEFE (Agence pour l’Enseignement Français à l’Etranger) gehört. Sie besteht aus einer Kindertageseinrichtung und einer Grundschule. Die Kindertageseinrichtung (École Maternelle) folgt dabei den Programmen und der pädagogischen Organisation des französischen Erziehungssystems. Im Alltag wird hier sowohl Deutsch als auch Französisch gesprochen. Dies gilt auch für die Grundschule. Zusätzlich wird auch eine Sprachförderung angeboten.

Neben der École Maternelle École de Gaulle-Adenauer werden in Nordrhein-Westfalen auch der Deutsch-Französische Kindergarten e.V. in Wuppertal sowie l'île aux doudous - die Kuscheltierinsel gGmbH in Düsseldorf als Élysée Kindertageseinrichtung zertifiziert.

Die Idee der sogenannten Élysée-Kindertageseinrichtung geht zurück auf eine Entscheidung der Regierungen der Bundesrepublik Deutschland und der Französischen Republik im Rahmen der Unterzeichnung der deutsch-französischen Agenda 2020 anlässlich des 12. Deutsch-Französischen Ministerrates am 4. Februar 2010. Beide Länder haben sich das Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2020 mindestens 200 zweisprachige deutsch-französische Kindertageseinrichtungen einzurichten. Inzwischen sind es allein 197 zertifizierte Einrichtungen auf deutscher Seite und über 400 insgesamt.

Beide Länder setzen aktuell auch im internationalen Kontext einen Schwerpunkt in der Familien- und Jugendpolitik: Deutschland im Rahmen der aktuellen G7-Präsidentschaft, Frankreich während der EU-Ratspräsidentschaft, die das Land noch bis Ende Juni innehat.

Die Interessen des Bundes und der 16 deutschen Bundesländer werden durch das Büro des Bevollmächtigten der Bundesrepublik Deutschland für kulturelle Angelegenheiten im Rahmen des Vertrags über die deutsch-französische Zusammenarbeit vertreten. Es koordiniert außerdem die Länderauffassungen mit den außenpolitischen Belangen des Bundes im Bereich der kulturellen auswärtigen Beziehungen zu Frankreich. Die Verantwortung für das Büro des Kulturbevollmächtigten wechselt alle vier Jahre zwischen den Bundesländern. Bis Ende 2022 zeichnet Nordrhein-Westfalen für die Arbeit des Büros verantwortlich.